Regenerationsmedizin im Fair Talk — Was ich wirklich meine
Im Fair Talk habe ich erzählt, wie ich vom Profi-Eishockey ins Medizinstudium kam — und warum mich zwei Erfahrungen nicht losließen: Alzheimer in der Familie und chronisch kranke Sportler mit Antibiotika und Sportpause. Hier ordne ich ein, was Regenerationsmedizin in diesem Gespräch für mich bedeutet.
Auf einen Blick
Im Fair Talk habe ich erklärt, warum ich vom Profisport ins Medizinstudium ging: Akutmedizin rettet Leben in der Minute — aber für chronische Gesundheit fehlt System, Forschung und Prozess. Regenerationsmedizin ist für mich die Einladung, beide Welten zusammenzudenken: Notfallmedizin behalten, und für die 23 Stunden des Tages ein professionelles Feld für chronische Gesundheit aufbauen.
- Mein Weg: Profi-Eishockey, Alzheimer in der Familie, chronisch kranke Sportler — dann Medizinstudium.
- Akutmedizin habe ich gelernt und schätze sie. Chronische Gesundheit wurde mir dort kaum beigebracht.
- Zwei Welten: hochentwickelte Akutmedizin vs. fragmentierter „wilder Westen" chronischer Gesundheit.
- Regenerationsmedizin verbindet Wissenschaft, System und Begleitung — ohne Akutmedizin zu ersetzen.
- Für Fachkräfte geht es um Orientierung in genau dieser Lücke — nicht um ein weiteres Buzzword.
Das Gespräch — und warum ich es heute noch so sehe
Als Jens Lehrrich mich zu Fair Talk eingeladen hat — Fabian Kowallick war ebenfalls zu Gast —, ging es mir nicht um eine neue Marketing-Story. Es ging um etwas, das mich seit über zehn Jahren beschäftigt: Wir haben eine brillante Akutmedizin — und trotzdem hängen Millionen Menschen mit chronischen Leiden in einem System fest, das für etwas anderes gebaut wurde.
Im Video erzähle ich den Weg: Profi-Eishockey, Kölner Haie, Nationalmannschaft — dann Medizin, Wut, fast abbrechen, und am Ende die Erkenntnis: Ich habe gelernt, Leben in der Akutsituation zu retten. Aber kaum etwas darüber, was chronische Erkrankung bedeutet — und wie man den U-Turn Richtung chronische Gesundheit begleitet.
Alzheimer, Sportler, Medikamente — die Auslöser
Meine beiden Großmütter wurden Alzheimer-krank. Der einzige „Lösungsweg", den das System anbot, waren Medikamente — die, ehrlich gesagt, nicht viel bringen. Ich war jung, wusste zu wenig, und konnte ihnen nicht helfen. Das tut weh, bis heute.
Parallel sah ich im Profisport immer wieder dasselbe Muster: chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Depressionen, Erschöpfung — und am Ende oft Antibiotika, Kortison, sechs Wochen Sportpause. Die Sportler kamen von verschiedenen Ärzten zurück, aber selten mit einem biologischen Verständnis dessen, was in ihrem Körper passiert.
Genau deshalb habe ich Medizin studiert. Nicht um Coach zu sein, der fancy Tipps gibt — sondern um zu verstehen, was da eigentlich los ist.
Was ich im Studium gelernt habe — und was nicht
Ich habe Akutmedizin gelernt. Ernsthaft, hochwertig, lebensrettend: Erste Hilfe, Intensivstation, Beatmung, schwere Infektionen. Ohne synthetische Medikamente und ohne dieses System wären unzählige Menschen gestorben. Das will ich ausdrücklich sagen, weil es sonst schnell klingt, als würde ich gegen die Medizin polemisieren. Tue ich nicht.
Was ich nicht gelernt habe: Was es bedeutet, chronisch krank zu werden — und was nötig ist, um aus einer chronischen Erkrankung wieder Richtung chronische Gesundheit zu finden. Energie, Mitochondrien, Entzündung, Ernährung, Stress, Psyche, Seele: Im Akuten oft zweitrangig. Wenn du von der Leiter fällst, ist es richtig, dass deine Empfindung gerade keine Rolle spielt. Du sollst überleben.
Sobald es aber um chronische Prozesse geht, wird genau das entscheidend. Da ist nicht nur Psyche dahinter — da ist eine Seele, die in diesem Körper einen Lebensweg sucht. Trennung heilt nicht. Verbindung schon eher.
Zwei Welten — und die fehlende Mitte
Im Gespräch habe ich von zwei Welten gesprochen: Auf der einen Seite hochentwickelte Akutmedizin — Forschung, Systeme, Infrastruktur, Fachleute. Auf der anderen Seite ein „wilder Westen" chronischer Gesundheit — viele hochkompetente Menschen, aber ohne gemeinsame Linie, ohne gemeinsames System, ohne gemeinsame Forschungsagenda.
Mein Anliegen war und ist: Regenerationsmedizin als Feld aufmachen — philosophisch, inhaltlich und infrastrukturell. Nicht das Baby mit dem Badewasser auskippen. Akutmedizin behalten. Für chronische Gesundheit etwas Neues bauen, das Wissenschaft und Praxis verbindet.

Corona, Eigenverantwortung und der Zeitgeist
Im Gespräch mit Jens Lehrrich und Fabian Kowallick sprachen wir auch über etwas, das viele spüren: Seit Corona — unabhängig von einzelnen Maßnahmen — ist bei vielen Menschen ein Bewusstsein gewachsen: Ich muss mich um meinen eigenen Körper kümmern. Nicht statt Arztbesuch. Sondern zusätzlich. Nicht blind verschreiben lassen, sondern verstehen wollen, was in mir passiert.
Genau deshalb sehe ich Regenerationsmedizin nicht als Nischen-Instagram-Thema, sondern als Antwort auf eine strukturelle Lücke: Akutmedizin rettet Leben in der Minute. Chronische Gesundheit braucht Paradigma, Prozess und Begleitung über Monate — in den 23 Stunden des Tages, in denen keine Therapie stattfindet.
Was das für dich als Fachkraft bedeutet
Wenn du Gesundheitsprofi bist und das Gespräch nachvollziehen kannst: Du stehst vermutlich schon zwischen diesen Welten. Du siehst, was Akutmedizin kann. Und du spürst, wo sie bei chronischer Gesundheit an Grenzen stößt.
Regenerationsmedizin ist für mich die Einladung, diese Lücke professionell zu schließen — mit System, mit Forschung, mit klarem Scope. Die persönliche Herleitung, warum wir dieses Feld überhaupt eröffnet haben, habe ich in der Originstory geschrieben.
Wenn du wissen willst, ob das zu deiner Situation passt — unten findest du das Quiz. Zwei Minuten. Kein Pitch. Ehrliche Einordnung.
Häufige Fragen
Kritisiert ihr die Schulmedizin?
Was ist Regenerationsmedizin in einem Satz?
Wo finde ich mehr zum beruflichen Weg?
Perspektiven dienen der Orientierung und Bildung für Gesundheitsprofis. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnostik oder Therapie. MOJO ist ein Bildungs- und Begleitungssystem — keine Ersatzheilkunde.